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11.04.2018 - Pfadi: Magische Momente – Eulachhalle 1973-2018

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Abschied nach 45 Jahren
Eulachhalle - Hommage an eine Kultstätte

Mit dem dritten und letzten Playoff-Spiel gestern Abend geht für Pfadi Winterthur eine Ära zu Ende. 45 Jahre lang war die Eulachhalle Heimstätte des Traditionsvereins. Ein kleiner Rückblick auf die Geschichte einer langen, von vielen Freuden aber auch von Sorgen geprägten Hassliebe.

1963 verwarf das Winterthurer Stimmvolk eine Abstimmungsvorlage, welche der Winterthurer Messe und den Winterthurer Hallensportmannschaften eine zeitgemässe Veranstaltungs-Anlage hätte bringen sollen. Zu gross und zu teuer, wurde damals moniert. Nach unzähligen Diskussionen und Ideen öffnete dann zehn Jahre später an der Wartstrasse doch noch eine, allerdings auf einigen Kompromissen beruhende, wesentlich kleinere Anlage ihre Pforten.

Fortan teilten sich Messeveranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen sowie weitere Anlässe zusammen mit dem Hallensport die Mehrzweckhalle. Für die Handballer bedeutete dies vorerst ein schon lange ersehnter Fortschritt. Die grosse Reithalle auf dem Teuchelweiher-Areal hatte zu jenem Zeitpunkt eigentlich ja schon längst ausgedient. Zu klein, zu frostig, zu uneben und ohne jegliche Zuschauerinfrastruktur. Einfach ungeeignet für diese zum damaligen Zeitpunkt immer populärer werdende Sportart.

Anfänglich gab’s in der neuen Eulachhalle längsseits kleine Holztribünen. Für’s Publikum war das natürlich ein Riesenfortschritt. Das neue Restaurant wurde vor allem nach den Spielen rege genutzt, war oft Ausgangspunkt gemeinsamer nächtlicher Aktivitäten von Team und Fans. Zu den sportlichen Höhepunkten gehörten von Anbeginn weg die Handballspiele von Pfadi und Yellow. Vor allem die zahlreichen Stadt-Derbys hatten es in sich, regelmässig kamen über tausend Zuschauer in die Halle. Später dann wurden die Holztribünen durch moderne, wiederum teleskopierbare Elemente mit Schalensitzen ersetzt. Fortan konnten mit den alten Tribünenteilen auch hinter den Toren Sitzplätze angeboten werden.

Traumhafte Spiele und Legenden

Der Yellow-Cup – damals noch im Vereinsformat – lockte jeweils Schweizer Handballfans zwischen Weihnachten und Neujahr zu Tausenden in die Halle und hatte einen seiner zahllosen Höhepunkte wohl mit dem Finalsieg von Pfadi Winterthur Anfang der 19neunziger Jahre gegen den zu jener Zeit mächtigen ZSKA Moskau. Für diese Grossanlässe wurde die bestehende Infrastruktur im Laufe der Zeit mit Nüssli-Tribünen zu einer Arena ausgebaut. Überhaupt erlebte die Eulachhalle, zumindest aus handballerischer Sicht, neben den diversen Topmannschaften an den Yellow-Cup-Turnieren vor allem während den neunziger und zu Beginn des zweiten Jahrtausends mit Pfadi Winterthur ihre grossen Höhepunkte. Neben diversen Trainer-Legenden wie Noka Serdarušic, Valero Rivera, Spartak Mironowitsch oder Anatoli Jewtuschenko sahen die Fans in dieser Zeit auch viele der ganz grossen Stars auf dem Spielfeld. So gaben neben Dutzenden von eindrücklichen Spielern die einstigen Welthandballer Talant Dujschebaiew, Magnus Wislander, Rafael Guijosa, Filip Jicha oder Jackson Richardson in der ehrwürdigen Anlage ein Stelldichein. Jae-Won Kang spielte gar im Heimteam, mit unvergesslichen Champions-League-Auftritten in der meist restlos ausverkauften Arena etwa gegen Fotex Veszprém, Montpéllier HB, den FC Barcelona, Badel Zagreb, Celje Pivovarna Lasko, THW Kiel, GOG Gudme, Roter Stern Belgrad, Adémar Léon, den SKA Minsk oder den ZTR Saporoschje.

Dass dabei den Grossen des internationalen Handballs trotz grosser Budgetdifferenzen fast immer die Zähne gezogen wurden, lag zum einen am ausgesprochen erfolgsorientierten Teamgeist Pfadi’s. Zum anderen aber auch an den gelungenen Mannschaftszusammensetzung, etwa mit zwei wirbligen Koreanern und vielen, sehr guten Schweizer Spielern. Zudem spielten den Gastgebern wohl auch die für Gastmannschaften ungewohnte offensiv ausgerichtete Pfadi-Deckung, die Enge der Halle mit dem dadurch verursachten Gewusel, der harte Betonboden oder vielleicht auch die ungewöhnlichen Garderobeverhältnisse in die Hände. «Der Bunker» – wie die Umkleide- und Duschräumlichkeiten in den Schutzräumen im Untergeschoss auch genannt wurden, galten in Handball-Europa als legendär und fanden einst sogar in einem deutschen TV-Beitrag Verewigung.

Multifunktion als Entwicklungshemmer

Mit den beiden angebauten Hallen 2A und 2B verbesserten sich im Verlauf der 1990-er Jahre auch die Trainingsverhältnisse. Diese blieben insgesamt jedoch immer noch prekär, vorab wegen den Begehrlichkeiten der Sportvereine, aber auch deswegen, weil Messen und andere Veranstaltungen vermehrt den Trainings- und Spielbetrieb in der Eulachhalle zu beeinflussen begannen. Playoff und Europacup waren eben nicht lange genug im Voraus planbar. Die Winterthurer Messe hatte zusammen mit der Frühlingsmesse zudem einen festen Platz im Kalender. Überdies häuften sich beim Hallenbetreiber die Anfragen für andere, besser bezahlte Anlässe. Diese Entwicklung war für Pfadi gleichbedeutend mit dem vermehrten Ansetzen von Heimspielen im Asyl. Gegen 60 Meisterschafts-, Champions-League- und Europacupspiele durften die Winterthurer Handballer in Zürich, Uster, Kloten, Frauenfeld und gar in Muri AG oder in der Eishalle auf dem Deutweg austragen. Für diverse Cuppartien wurde auch mal das Heimrecht getauscht. Unzählige Trainings wurden Hallen der Region verlegt. Der planerische und logistische Aufwand dafür war immens und kostete Geld. Mehr als eine Viertelmillion Franken gingen dadurch seit Mitte der Neunzigerjahre verloren. Dies waren irgendwie auch die unschönen Folgen des Kompromisses aus den späten 1960-er Jahren. Und sie waren einer Stadt wie Winterthur sicher nicht würdig, denn mit diesem Problem stand der Verein national und international einzigartig da. Überdies wurde der Halle wegen neuer Auflagen durch den europäischen Verband die Tauglichkeit für Champions-League Spiele aberkannt. Auch sonst konnte auf Grund der bestehenden Infrastruktur nicht mehr Alles den wachsenden Anforderungen entsprechend realisiert werden.

Der grosse Wunsch nach Veränderung

Klar, dass sich darob für Pfadi Winterthur immer mehr Gräben und damit verbunden der Wunsch nach einer neuen Heimat aufgetan haben. Vieles wurde in diesem Zusammenhang angedacht, ja sogar geplant, nichts kam lange Jahre zu Stande. Mit WIN4 darf Pfadi nun im Sommer 2018 in eine privat finanzierte, zeitgemässe Anlage umziehen. Zusammen mit den sportaffinen Angeboten in der Mantelnutzung eröffnen sich der Sportregion Winterthur und damit auch den Handballern nun jene Möglichkeiten, von welchen die Sportler 1963 zumindest in einem kleinen Ansatz schon geträumt haben. Und Eines werden Diese ab dem Sommer nach all den leidvollen Jahren auf dem knallharten, ungeliebten Betonboden der Eulachhalle mit Sicherheit besonders schätzen. Den neuen, richtig gut federnden und gelenkschonenden Sportboden.

Für Pfadi wird die Eulachhalle nun, mindestens zum Teil, Geschichte. Mit unvergesslichen, weil herausragenden und prägenden Momenten. Es sei an dieser Stelle Allen gedankt, welche sich während den vielen Jahren mit grossem Einsatz und oft genug auch selbstlos engagiert haben. Einer aus dem Eulachhallen-Team, welcher Pfadi seit Jahrzehnten begleitete, ist der unermüdliche Schaffer Armin Schoch. Sein grosses Engagement – zusammen mit seinem Team – sowie seine ruhige und besonnene Art, werden wir sehr vermissen. Deshalb winden wir ihm an dieser Stelle – stellvertretend für viele andere Personen auch - ein ganz besonderes Kränzchen.



Was ist denn da bei den beiden Pfadi-Exponenten Toni Hostettler und Werner Gurtner vorgefallen...


Dieser Blick in die altehrwürdigen Katakomben (Bunker) blieb bisher nur den Spielern vorbehalten

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