Was auf dem Papier nach einer lösbaren Aufgabe aussieht, entwickelt sich auf dem Frohberg zu einem echten Krimi. Pfadi Winterthur setzt sich auswärts mit 29:26 gegen Handball Stäfa durch, muss dafür aber deutlich mehr investieren als erwartet. Die Gastgeber halten mit hohem Tempo dagegen, kämpfen sich nach einem Vier-Tore-Rückstand zurück und bringen die Winterthurer bis in die Schlussphase in Bedrängnis. Erst als Stäfa zunehmend die Ruhe verliert, kann Pfadi den entscheidenden Vorsprung herausspielen.
Nach sechs Siegen in Folge wollte Pfadi Winterthur seine Erfolgsserie auch in der Meisterschaft fortsetzen. Die Ausgangslage schien klar: Stäfa hatte in der bisherigen Meisterschaft erst einen Sieg gegen Wacker Thun gefeiert, während Pfadi als Tabellendritter an den Zürichsee reiste. Das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison hatten die Winterthurer zu Hause deutlich mit 39:21 gewonnen.
Doch von einem Selbstläufer war auf dem Frohberg wenig zu sehen. Wie der Kommentator der Liveübertragung treffend bemerkte, wirkt das Resultat beim Blick auf die Anzeigetafel beinahe wie ein gewöhnliches Ergebnis zwischen Stäfa und Pfadi. Wer die Partie gesehen hat, weiss allerdings, dass dieser Abend alles andere als gewöhnlich war.
Ein zäher Start am Zürichsee
Die Begegnung begann ausgeglichen. Nach gut zwölf Minuten stand es erst 5:5. Für Pfadi war es eine ungewohnte Situation, gegen den Tabellenletzten nicht frühzeitig davonziehen zu können. Stäfa spielte schnell, suchte konsequent den Abschluss und hielt mit den Winterthurern Schritt.
Auch offensiv übernahm bei den Gastgebern Verantwortung. Joel Herbst und Mathias Adler fanden immer wieder Lösungen und machten es der Pfadi-Defensive schwer. Gleichzeitig entwickelte sich zwischen den beiden Torhütern ein regelrechtes Duell. Rickard Frisk zeigte bereits früh starke Paraden und verhinderte mehrfach, dass Stäfa in Führung gehen konnte. Auf der Gegenseite hielt Luca Frei mit wichtigen Interventionen dagegen und erschwerte den Winterthurern den Abschluss.
Nach dem ausgeglichenen Start gelang es Pfadi zunehmend, sich einen kleinen Vorsprung zu erarbeiten. Die Winterthurer nutzten ihre Chancen besser und setzten sich bis zur Pause auf 15:11 ab. Vier Tore Vorsprung. Eine gute Ausgangslage, die allerdings noch längst keine Garantie für einen ruhigen Abend sein sollte.
Stäfa erhöht das Tempo – Pfadi gerät unter Druck
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie intensiv. Stäfa hielt das Tempo hoch und liess sich trotz des Rückstands nicht abschütteln. Pfadi fand zwar weiterhin Lösungen im Angriff, musste sich die Tore gegen die engagierten Gastgeber aber hart erarbeiten. Auch Luca Frei blieb ein wichtiger Rückhalt für sein Team.
Auf der anderen Seite hielt Rickard Frisk seine Mannschaft mit starken Paraden im Spiel. Der schwedische Schlussmann entschärfte mehrere gute Abschlussmöglichkeiten und sorgte dafür, dass Pfadi den Vorsprung trotz des zunehmenden Drucks zunächst verteidigen konnte.
Je länger die Partie dauerte, desto mehr entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Stäfa kämpfte sich nicht nur zurück, sondern ging in der 46. Minute sogar mit 19:18 in Führung. Plötzlich standen die Winterthurer unter zusätzlichem Druck. Pfadi musste reagieren, fand aber die nötigen Antworten und hielt die Partie offen.
In dieser entscheidenden Phase fand Pfadi im Zusammenspiel mit Ivan Simić wichtige Lösungen. Immer wieder gelang es den Winterthurern, ihren Kreisläufer gekonnt anzuspielen, der die Zuspiele zu wichtigen Treffern verwertete. Gleich dreimal war Simić innerhalb von knapp zwei Minuten erfolgreich und half damit mit, Pfadi in dieser heiklen Spielphase im Spiel zu halten. Kurz darauf nahm Stäfa beim Stand von 23:25 sein Team-Time-out. Die Gastgeber waren weiterhin in Schlagdistanz und die Partie längst noch nicht entschieden.
Hektische Schlussphase mit Happy End für Pfadi
In den letzten Minuten wurde es nochmals richtig eng. Stäfa spielte weiterhin mit hohem Tempo, doch die zunehmende Hektik machte sich bemerkbar. Beim Stand von 24:27 war für die Gastgeber noch alles drin. Mit souveränen Abschlüssen hätte Stäfa den Rückstand weiter verkürzen können.
Pfadi verteidigte jedoch konsequent und erschwerte den Stäfnern den Weg zu guten Abschlussmöglichkeiten. Dadurch verstrich wertvolle Zeit, in der die Gastgeber die drei Tore hätten aufholen müssen. Als Laurin Rinderknecht zudem ein technischer Fehler unterlief, nutzten die Winterthurer die Gelegenheit und bauten ihren Vorsprung durch David Knežević auf vier Tore aus. Bei weniger als zwei Minuten Restspielzeit war die Aufholjagd für Stäfa damit schier unmöglich.
Tim Rellstab setzte in der Schlussphase mit einem sehenswerten Treffer ins Lattenkreuz ein letztes Ausrufezeichen. Spätestens damit war der Winterthurer Sieg besiegelt. Stäfa gelang kurz vor Schluss noch ein Treffer, am Auswärtssieg von Pfadi änderte das allerdings nichts mehr.
Frisk als starker Rückhalt
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg war einmal mehr Rickard Frisk. Der Pfadi-Torhüter parierte 14 von 37 Würfen und erreichte damit eine Abwehrquote von 38 Prozent. Mit seinen Interventionen gab er Pfadi gerade in den heiklen Phasen wichtigen Rückhalt.
Auch die Kommentatoren der Blick-Liveübertragung zeigten sich von Frisk beeindruckt. Sowohl der RED-Kommentator als auch RED-Handballexperte Nicolas Suter waren von den Leistungen des schwedischen Schlussmanns sichtlich begeistert.
Offensiv zeigte sich Pfadi insbesondere in den entscheidenden Momenten effizient genug, um die Führung zu verteidigen. Trotz der starken Gegenwehr und der zwischenzeitlich engen Ausgangslage behielten die Winterthurer in der Schlussphase die Nerven.
Der 29:26-Erfolg ist damit der siebte Sieg in Folge. Auch wenn Pfadi auf dem Frohberg mehr gefordert wurde als erwartet, zählt am Ende das Resultat. Die Winterthurer nehmen zwei weitere Meisterschaftspunkte mit und können ihre Erfolgsserie fortsetzen.
Bereits am Samstag wartet der Cup
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt Pfadi Winterthur nicht. Bereits am kommenden Samstag steht im Mobiliar Handball Cup das nächste Duell mit dem HC Kriens-Luzern auf dem Programm. Am 11. November kommt es in der Meisterschaft in Winterthur erneut zum Aufeinandertreffen mit den Innerschweizern.
Nach dem hart erkämpften Sieg in Stäfa wartet damit bereits die nächste Herausforderung auf die Winterthurer.
Hopp Pfadi!
Quickline Handball League
Mittwoch, 28. Oktober 2026
Handball Stäfa – Pfadi Winterthur 26:29 (11:15)
Text: Tatjana Schwab
Bilder: Levin Heckendorn
TV-Live auf RED+ | Livestreaming nur mit Gamepass
Hol dir jetzt deinen GAMEPASS zum Community-Preis und verpasse kein Spiel! Mit diesen Rabattcodes profitierst du von 33 Prozent Rabatt auf das Jahresabo beziehungsweise 25 Prozent auf das Monatsabo gegenüber dem regulären Preis:
JÄHRLICH HANDBALL: REDHB26YEARLY
MONATLICH HANDBALL: REDHB26MONTHLY
Nächste Heimspiele in der AXA ARENA
Mi. 11.11.2026 | 19.15 Uhr | Pfadi Winterthur – HC Kriens-Luzern | QHL
Mi. 09.12.2026 | 19.15 Uhr | Pfadi Winterthur – GC Amicitia Zürich | QHL
Sa. 19.12.2026 | 18.00 Uhr | Pfadi Winterthur – TSV St. Otmar St. Gallen | QHL
