Blick zurück und Blick voraus
Unser QHL-Team steht unmittelbar vor der Wiederaufnahme der Meisterschaft. Als Zweitplatzierter der QHL-Hauptrunde sowie Cup-Silbermedaillen-Gewinner verbleiben zehn Spiele zur Einstimmung auf die Playoff-Phase. Unser Cheftrainer und sportlicher Leiter Goran Cvetković blickt im Interview zurück und voraus.
Das Final4 ist ein Monat her. Dazwischen liegt der Jahreswechsel. Wie schaust du inzwischen auf die gewonnenen Silbermedaille zurück?
Goran Cvetkovic: «Nicht viel anders als unmittelbar nach dem Finale. Wir haben uns in einer Saisonhälfte die Chance erspielt, um einen Titel zu spielen. Dieses Mal ist es uns nicht gelungen, den Titel zu gewinnen. Aber das Team darf stolz darauf sein. Die Kadetten waren an jenem Abend um die drei Tore besser. Damit leben wir und fahren weiter in der Saison.»
Es war der fast-krönende Abschluss eines beeindruckenden, zweiten Halbjahres 2025 – wie bewertest du das bisher geleistete und erreichte in der Saison 2025/26?
Goran Cvetkovic: «Ich versuche es immer realistisch einzuordnen. Es ist uns gelungen, über die ganze Saisonhälfte hinweg gesund zu bleiben. Wir konnten in Vollbesetzung trainieren und aus dem Kader die Mannschaften zusammenstellen, die im jeweiligen Moment am stärksten waren. Das war die erste Grundvoraussetzung für den Erfolg. Zudem konnten wir mit allen Linkshändern im Team unser Spiel aufbauen, was in meinen taktischen Überlegungen enorm wichtig ist. Kombiniert mit dem vorhandenen Potenzial, darf man die erste Saisonhälfte als erfolgreich beschreiben. Wir gehören wieder zu den Top3 und haben uns ein Finale erspielt. Wir blicken auf einen guten Saisonstart zurück.»
Die EM 2026 läuft und bietet grossen Sport sowie ein wertvolles Schaufenster für unsere Sportart. Wie verfolgst du sie und wie beurteilst du sie?
Goran Cvetkovic: «Ich verfolge so viel es geht. Ich empfinde sie als eine der intensivsten bisher, was die Spielgeschwindigkeit betrifft. Dies spricht für die Entwicklung des Handballs. Hinzu kommt, dass deutlich mehr als früher junge Spieler einen grossen Einfluss auf ihre Nationalteams haben, was dem ähnelt, was wir bei Pfadi Winterthur haben.»
Mit Mehdi Ben Romdhane sorgt ein Pfader mit der Schweiz für Furore. Wie siehst du ihn und das Schweizer Nationalteam?
Goran Cvetkovic: «Wenn man es realistisch betrachtet, spielt die Schweiz im Rahmen ihres Könnens. Natürlich kann man immer sagen, es dürfte besser sein. Es könnte aber auch schlechter sein. Wir wissen, wie die Vorrunde überstanden werden konnte. Wir als Pfadi Winterthur unterstützen das Nationalteam und dessen Konzept natürlich und sind froh, dass Mehdi dabei ist. Er hat eine spezielle Rolle, ist oft im rechten Rückraum eingesetzt. Meiner Meinung nach macht er einen vernünftigen Job – das zeigt auch seine Spielzeit und das Vertrauen des Nationaltrainers Andy Schmid.»
Worauf lag der Fokus der Januar-Vorbereitung?
Goran Cvetkovic: «Dieses Mal mehr auf Handball wie auch schon. Aus dem Grund, dass wir gesund geblieben sind und in einem vernünftigen Trainingsrhythmus bleiben durften. Es braucht keinen grossen Wiederaufbau – deshalb stand die Weiterentwicklung im Zentrum.»
Wie zufrieden bist du mit der Vorbereitung und dem Team?
Goran Cvetkovic: «Wir haben alle geplanten Trainings durchführen können. Ob es gut oder schlecht war, wird sich im Meisterschaftsbetrieb dann schnell wieder zeigen.»
Der Restart erfolgt am Mittwoch, 04. Februar 2026 auswärts in Bern. Wie blickst du auf das Spiel?
Goran Cvetkovic: «Wir sind bereits bei der Vorbereitung des Spiels angelangt. Bern hat vor dem Jahreswechsel den einen oder anderen Überraschungspunkt einfahren können. Wir dagegen haben noch einige Punkte verloren. Es handelt sich deshalb zum Restart um ein Vier-Punkte-Spiel für beide. Bern hat personell mit Tim Aufdenblatten gar noch aufgerüstet in der Kaderqualität. Wir reisen nicht als Favoriten an, aber mit dem klaren Ziel, unser Topspiel abzuliefern – gelingt dies, liegen Punkte drin.»
Zehn Spiele verbleiben in der Hauptrunde, sechs davon sind auswärts zu bestreiten. Ein schweres Restprogramm – unter anderem mit zwei Auswärtsspielen beim HC Kriens-Luzern sowie dem Gastspiel beim unbesiegten Tabellenführer Kadetten Schaffhausen steht euch bevor. Perfekt zur Einstimmung auf die Playoffs?
Goran Cvetkovic: «Das Programm ist sicher schwierig. Schon jetzt an die Playoffs zu denken, wäre enorm früh. Weil es noch zehn Spiele gibt und die Platzierungen bzw. Playoff-Paarungen noch lange nicht klar sind. Für unser Team ist jedes Spiel ein herausforderndes Spiel, im Sinne der Entwicklung nehmen wir das Programm gerne so an.»
Der HC Kriens-Luzern hat bereits mehrere namhafte Transfers zur kommenden Saison vermeldet, die Kadetten sind und bleiben der Krösus. Wo stehen wir im Prozess, der auf Kontinuität ausgelegt ist?
Goran Cvetkovic: «Wir sind und bleiben so unterwegs nur das zu beeinflussen, was wir auch beeinflussen können. Was die Mitbewerber machen, kann man lesen und wahrnehmen sowie sich eine Meinung darüber bilden. Wir kümmern uns um das, was in unserer Macht liegt. Wir haben vor anderthalb Jahren einen Weg für vier Jahre ausgelegt. In dieser Saison haben wir die Basis des Teams gut zusammengestellt. Wenn es uns gelingt, möglichst den bestehenden Kader zu halten, werden wir dies auch so umsetzen. Ein Abgang ist mit Oliver Eggert bekannt, diese Lücke gilt es zu schliessen. Wenn es uns gelingt, die offenen Positionen zu verlängern und besetzen, entspricht dies der Realität und unseren Möglichkeiten. Kommt es so, bin ich happy und zuversichtlich, dass unser Vier-Jahres-Plan aufgehen kann.»
